Der graue Star (Katarakt)


Der graue Star bezeichnet eine im Laufe des Lebens zunehmende Eintrübung der Augenlinse. Es handelt sich hierbei nicht um eine eigentliche Erkrankung, sondern um einen altersbedingten Prozess, wie z.B auch der zunehmende Pigmentverlust unserer Haare.
Die häufigste Form der Linsentrübung ist der sogenannte Altersstar oder die Alterskatarakt.

Seltenere Formen sind Eintrübungen der Linse nach Entzündungen des Augeninnern, nach Verletzungen oder auch nach längerer Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Kortison).
Eine frühere bzw. schnellere Entwicklung einer Linsentrübung findet man nach Glaskörperoperationen und bei Diabetikern sowie manchen selteneren Stoffwechselerkrankungen.

Die Entfernung der eigenen Linse erfolgt heute in der Mehrzahl der Fälle mittels Ultraschall. Dieses Verfahren nennt man Phakoemulsifikation. Anschließend wird eine Kunstlinse in den Behälter der eigenen Linse (sog. Kapselsack) implantiert. Diese Linsen bestehen aus verschiedenen Kunststoffmaterialien. Diese Kunststoffmaterialien haben eine Lebensdauer, die über der des Menschen liegt.




Auswahl der Linse


Meist werden Faltlinsen verwendet, die nur einen kleinen Schnitt und somit auch keine Naht erforderlich machen. Dies hat eine schnellere Erholung des Sehvermögens zur Folge.

Bei bestimmten Krankheitsbildern der Netzhaut wie z.B. der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) werden spezielle UV- und Blaulicht-absorbierende Linsen (sog. Blaufilterlinsen) implantiert, um die Netzhaut vor der schädlichen Strahlung dieses Lichtes zu schützen. Des Weiteren gibt es auch spezielle Linsen (multifokale Linsen), die auch ein Sehen in der Nähe und im Intermediärabstand ermöglichen.




Man unterscheidet verschiedene Zugangswege (über die Lederhaut oder über die Hornhaut). Der Zugang über die Hornhaut (sog. "clear cornea incision") wird zunehmend zur klinischen Routinemethode.

Der operative Eingriff dauert in der Regel ca. 10-15 Minuten und erfolgt unter lokaler Betäubung oder in Tropfanästhesie – in jedem Fall schmerzfrei.

In den meisten Fällen ist eine ambulante Behandlung möglich, allerdings gilt in Ausnahmefällen, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Vorerkrankungen des Auges die stationäre Behandlung weiterhin als sicherere Maßnahme. Eine körperliche Beeinträchtigung besteht in der Regel nicht. Eine Begleitperson ist, nicht zuletzt aufgrund der Versorgung mit einem Augensalbenverband direkt nach der Operation, jedoch sinnvoll.

Viele ältere Menschen leiden an Kreislauferkrankungen und müssen daher Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen. Eine Umstellung oder das Absetzen ist bei geplanten Operationen bzw. einer lokalen Betäubung in der Regel erforderlich.

Damit diese lebenswichtige Medikation jedoch nicht abgesetzt oder umgestellt werden muß, kann die Operation, wie bereits angesprochen, auch in Tropfanästhesie durchgeführt werden. Bitte fragen Sie uns nach dieser wichtigen Option.





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