Der grüne Star - Das Glaukom


Wie in der gesamten Medizin ist auch in der Augenheilkunde ein gewisser Trend dahingehend zu verzeichnen, dass zahlreiche Krankheitsbilder heute nicht mehr operativ angegangen werden müssen, sondern mit Medikamenten sehr gut zu behandeln sind.
Hinzu kommt, dass die diagnostischen Verfahren immer besser werden und viele Krankheiten im Frühstadium entdeckt werden.
Bei den für die Glaukomatologie relevanten diagnostischen Verfahren handelt es sich um die apparative Sehnervenuntersuchung z.B. mittels optischer Kohärenztomographie sowie die Gesichtsfelduntersuchung oder Perimetrie.

Beim grünen Star, dem Glaukom, kommt es zu einem zunehmenden Sehnervenschaden, was wiederum im Spätstadium zu einer Verschlechterung des Sehvermögens und zu Gesichtsfelddefekten führt. Diese Veränderungen sind nicht reversibel, dass heißt sie sind dauerhaft. Der Sehnervenschaden läßt sich mittels verschiedener Techniken feststellen und objektivieren.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung ist daher von entscheidender Bedeutung. Die Ursachen des Glaukoms sind ein erhöhter Augeninnendruck und gestörte Regelmechanismen bei der Steuerung der Durchblutung des Sehnerven.
Unser Ziel ist es, dass ein Glaukom rechtzeitig entdeckt wird, die Behandlung soll verhindern, dass die Schäden soweit fortschreiten, dass eine Beeinträchtigung des Sehvermögens oder der Raumorientierung (Gesichtsfeld) resultiert.

Die häufigste Form des grünen Stares ist mit ungefähr 80% - 85% der Fälle das primäre chronische Offenwinkelglaukom. Seltener ist das primäre Engwinkelglaukom sowie Sonderformen wie z.B. PEX-Glaukom oder Pigmentdispersionsglaukom. Auch verschiedene Augenerkrankungen, wie z.B. Gefäßverschlüsse im Bereich der Netzhaut sowie Allgemeinerkrankungen, wie z.B. der Diabetes mellitus können im Verlauf zu einem Glaukom führen.

Heute steht den Augenärzten eine ganze Reihe von hochpotenten Medikamenten in Form von Augentropfen zur Verfügung, die den Augeninnendruck senken. Teilweise beeinflussen sie die Sehnervendurchblutung im positiven Sinne und haben auch eine neuroprotective Wirkung, dass heißt, eine schützende Wirkung auf den Sehnerven. Letztlich ist wegen dieser potenten Medikamente die Senkung des Augeninnendrucks mittels operativer Verfahren heute wesentlich seltener erforderlich als noch vor einigen Jahren. Heute ist die Operation doch schweren, häufig auch therapierefraktären Fällen vorbehalten.

Neben einer ausreichenden Augeninnendrucksenkung spielt die Verlaufskontrolle der Augeninnendruckwerte, des Zustands des Sehnerven und der Gesichtfeldbefunde eine ganz wichtige Rolle.

Die Diagnostik und die Verlaufskontrolle des Glaukoms obliegen nicht mehr nur der klinischen Untersuchung mittels Augenspiegel. Hier stehen uns heutzutage - v.a. in spezialisierten Zentren - Geräte zur Verfügung, die es erlauben, objektive und sehr umfangreiche Aussagen über den Zustand des Sehnerven und der Nervenfasern zu machen.



Dazu gehört die Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) mit verschiedenen Geräten und/oder Marken sowie die objektive Untersuchung des Sehnerven z.B. mit der optischen Kohärenztomographie (OCT). Dieses System speichert die Untersuchungsdaten und ermöglicht im Verlauf einen Vergleich. Somit kann im Falle eines Fortschreitens der Erkrankung, was bei einer rein klinischen Untersuchung mit dem Augenspiegel zunächst gar nicht oder nur sehr schwer erkennbar wäre, die Therapie sofort optimiert bzw. umgestellt werden.

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist die Messung der Hornhautdicke (sog. Pachymetrie), da diese einen wesentlichen Enfluß auf den Meßwert hat. Mithilfe von Normtabellen kann unter Kenntnis der Hornhautdicke der eigentliche Augeninnendruckwert bestimmt werden.

Bei uns stehen Ihnen sämtliche Verfahren zur qualifizierten Diagnostik und Behandlung des Glaukoms zur Verfügung.

Schreitet trotz ausreichender Senkung des Augeninnendrucks der meßbare Schaden fort, kann eine Operation des grünen Stars erforderlich werden. Man unterscheidet grob zwischen filtrierenden (Trabekulektomie, Trabekulotomie) und nicht filtrierenden (tiefe Sklerektomie) Eingriffen. Bestimmte Glaukomformen (z.B. kongenitales Glaukom, Engwinkelglaukom) machen ein modifiziertes Vorgehen erforderlich.

Sollten Sie operiert werden müssen, was, wie schon gesagt, sehr selten der Fall ist, steht Ihnen an unserer Klinik (Augenklinik, Klinikum Karlsruhe) ein versiertes Team für die Versorgung zur Verfügung. Unsere Klinik ist ein anerkanntes Zentrum, das für die Behandlung dieser Krankheitsbilder spezialisiert ist.




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