Bindehaut


Die Bindehaut ist eine Schleimhautschicht, die in 3 Bereiche gegliedert wird. Die Bindehaut der Lider geht über in die Bindehaut der Übergangsfalten und wird zur Bindehaut des Augapfels, die wiederum an die Hornhautoberfläche grenzt.

Abbildung 1: Anatomie der Bindehaut und Augenoberfläche
Abbildung 1: Anatomie der Bindehaut und Augenoberfläche

Die Bindehaut ermöglicht die Beweglichkeit des Augapfels und sichert so das Sehen in verschiedene Richtungen. Ihre Konsistenz und Faltbarkeit ermöglicht des Weiteren eine Beweglichkeit der verschiedenen Schichten zueinander. Auch die Abwehr von Infektionen gehört zu den Aufgaben der Bindehaut, da sich in ihr die "Lymphknoten des Auges", d.h. Zellansammlungen von so genannten Lymphozyten und Plasmazellen befinden, die für die Infektabwehr wichtig sind.
Die Bindehaut des Augapfels beherbergt auch die sogenannten Becherzellen, die ein schleimartiges Sekret bilden, das einen wichtigen Teil des Tränenfilms darstellt. Ist die Sekretproduktion dieser Zellen gestört, kann dies zu einem trockenen Auge führen. Ein trockenes Auge wiederum kann Entzündungen und Infektionen zur Folge haben. Das trockene Auge ist mittlerweise eine Volkskrankheit geworden, ungefähr 10 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter.
Nicht zuletzt aus diesem Grund gehören Entzündungen der Bindehaut und leider auch die viel gefährlicheren Infektionen zu den häufigsten Augenkrankheiten.



Augenoberfläche und Tränenfilm


Die Augenoberfläche wird von der Bindehaut und der Hornhaut gebildet. Nicht nur wegen ihrer Schutzfunktion stellt die Bindehaut einen extrem wichtigen Teil des Organs Auge dar (s.o.).

Nur ein intakter Tränenfilm ermöglicht eine ausreichende Keimabwehr und damit einen gefahrlosen Kontakt der Augenoberfläche mit den zahlreichen Belastungen der Außenwelt.

Der Tränenfilm besteht aus 3 Schichten (von außen nach innen):

Fettschicht (produziert von den Lidranddrüsen, den sog. Meibomdrüsen – Einflussfaktor: Entzündungen der Lidränder).

Wässrige Schicht (produziert von der Haupttränendrüse – Einflussfaktor: Störungen der Haupttränendrüse).

Schleimschicht (produziert von den Becherzellen der Bindehaut - Einflussfaktor: Störungen/Erkrankungen der Bindehaut).

Abbildung 2: Schichtenaufbau des Tränenfilms
Abbildung 2: Schichtenaufbau des Tränenfilms

Jede dieser Schichten hat eine bestimmte Zusammensetzung. Auch schon kleine Störungen können weittragende Folgen haben und z.B. zu einem trockenen Auge (sog. Sicca-Syndrom) führen.

Die Symptome eines trockenen Auges sind:

  • Fremdkörpergefühl, Reiben, Sandgefühl
  • Rötung des Auges
  • Vermehrter Tränenfluss
  • Schleiersehen
  • Sehverschlechterung

Der Abfluss der Tränenflüssigkeit erfolgt über die Tränenpünktchen in die Tränengänge, dann in den Tränensack und von dort über den Tränennasengang in die Nase.

Abbildung 3 a: Tränenwege
Abbildung 3 a: Tränenwege
Abbildung 3 b: Tränenwege
Abbildung 3 b: Tränenwege

Eine Verengung oder ein kompletter Verschluss der Tränenwege (z.B. nach Entzündungen, Traumata) führt zu einem permanenten Tränenträufeln.

In solchen Fällen ist eine Behandlung mit Augentropfen oder sogar operativ notwendig.

Hier stehen uns heute zur Diagnostik und Therapie völlig neuartige Verfahren zur Verfügung, über die wir Sie gerne informieren.



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