Der durchsichtige Inhalt des Auges – Kammerwasser und Glaskörper
Das Kammerwasser


Das Kammerwasser wird vom Ziliarkörper, einer Struktur hinter der Regenbogenhaut produziert und gelangt über die Pupille in die vordere Augenkammer. Von dort fließt es über den Kammerwinkel wieder ab.

Abbildung 1: Produktionsstätte und Flussweg des Kammerwassers
Abbildung 1: Produktionsstätte und Flussweg des Kammerwassers

Es herrscht für gewöhnlich ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss. Ist dieses Verhältnis gestört, kann es zum grünen Star (Glaukom) kommen. Ein menschliches Auge produziert etwa 3 bis 9 ml Kammerwasser pro Tag, dies bei einem Augapfelvolumen von rund 6,5 ml.

Das Kammerwasser hat folgende wichtige Aufgaben:

  • Aufrechterhalten des Tonus des Auges
  • Transport von Nährstoffen und Abtransport von Stoffwechselprodukten
  • Bestandteil des Immunsystems des Auges



Der Glaskörper


Von außen betrachtet wirkt der Glaskörper gel- oder gallertartig. Die durchsichtige verformbare Masse diente während der Entstehung des Auges im Mutterleib (Embryonalzeit) der Ernährung des Auges. Nach der Geburt hat der Glaskörper diese Funktion allerdings verloren und dient nun nur noch der Aufrechterhaltung des Tonus – er ist also verantwortlich dafür, dass das Auge nicht kollabiert. Man kann auch sagen, dass der Glaskörper das Auge in Form hält oder, anders gesagt, der Augapfel ist mit einer durchsichtigen, gallertartigen Masse (Glaskörper) gefüllt, die die Bündelung der Lichtstrahlen fördert und dazu beiträgt, dass der Augapfel seine Form behält.

Abbildung 2: Querschnitt durch das Auge – Darstellung des Glaskörpers
Abbildung 2: Querschnitt durch das Auge – Darstellung des Glaskörpers

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass der Glaskörper ständig über ein kompliziertes Kanalsystem vom Kammerwasser gewässert wird. Nur so ist die Tonisierung des Auges möglich.

Auffällig ist die Größe des nerven- und gefäßfreien Glaskörpers – er nimmt etwa 2/3 des gesamten Augenvolumens ein. Er besteht zu 98 Prozent aus Wasser, seine Struktur erhält er aber durch Fasern aus Kollagen, die von Hyaluronsäuremolekülen stabilisiert werden. Eine abschließende Membran bildet sich aufgrund der Kondensation von Teilen der Kollagenfasern an der äußeren Grenze des Glaskörpers. An verschiedenen Bereichen sind Glaskörper und Netzhaut fest miteinander verbunden, in den übrigen Zonen ist diese Verbindung eher locker.

Abbildung 3: Schematische Darstellung der Anheftungsstellen des Glaskörpers an Netzhautstrukturen
Abbildung 3: Schematische Darstellung der Anheftungsstellen des Glaskörpers an Netzhautstrukturen

Durch die Verbindungen zwischen Glaskörper und Netzhaut kann unter bestimmten Umständen auf die Netzhaut eine Kraft einwirken, die im schlimmsten Fall zu Netzhautrissen und zu Ablösungen führen kann.

Umgekehrt beeinflussen die meisten Netzhauterkrankungen auch den Glaskörper.

Weiterhin können im Glaskörper aus unterschiedlichen Gründen Trübungen entstehen. Bleiben diese leicht („mouches voulantes“, Schlieren), so sind sie ungefährlich. Starke Trübungen aufgrund von Blutungen und Entzündungen führen unter Umständen zu erheblichen Beeinträchtigungen des Sehvermögens.

Abbildung 4: Glaskörpertrübungen
Abbildung 4: Glaskörpertrübungen
Abbildung 5: Querschnitt durch den Augapfel mit Strahlengang.
Abbildung 5: Querschnitt durch den Augapfel mit Strahlengang.



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