Privatärztliche Gemeinschaftspraxis Prof. Dr. Augustin & Dr. Scholl, Lichtentalerstr. 1, 76530 Baden-Baden

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Altersabhängige Makuladegeneration

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine fortschreitende, degenerative Netzhauterkrankung mit Beteiligung der Makula. Die Makula – der „gelbe Fleck“ – ist der zentrale Bereich der Netzhaut, durch den die Sehachse verläuft. In der Mitte der Makula befindet sich die Sehgrube (Fovea centralis), der Ort des schärfsten Sehens. An dieser Stelle sind die lichtempfindlichen Sinneszellen am dichtesten.

Die AMD tritt ab dem 55. Lebensjahr auf und ist in den westlichen Industrieländern eine der häufigsten Ursachen für schwerwiegende Sehverluste und die häufigste Ursache für den Bezug von Blindengeld.

Mögliche Folgen einer Makuladegeneration sind: Verlust des zentralen Sehfeldes, Verlust des Scharfsehen, Verlust des Farbensehens und Fahruntüchtigkeit.

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung einer Makuladegeneration zählen:

·      Zunehmendes Alter

·      Genetische Veranlagung

·      Geschlecht: Frauen leiden häufiger an einer AMD

·      Augen- und Hautfarbe:

       blaue Augen und helle Haut begünstigen das Risiko der Erkrankung

·      UV-Strahlung

·      Rauchen

·      Ernährung

·      Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Makuladegeneration geht von der Pigmentschicht (retinales Pigmentepithel), die unterhalb der Netzhaut liegt, aus. Diese Schicht ist wesentlich an Stoffwechselvorgängen der Sehsinneszellen beteiligt, vor allem an der Beseitigung von Stoffwechselendprodukten (Lipofuszinen = Alterspigment), die in den Sehsinneszellen bei der Umwandlung von Licht in elektrische Impulse anfallen. Mit zunehmendem Alter bewerkstelligt das Gewebe diese Aufgabe nicht mehr richtig. Es kommt zu gelblich-weißen Ablagerungen unterhalb der Netzhaut, die auch Drusen genannt werden. Diese Ablagerungen gelten als Vorläufer der Makuladegeneration. Mit der Zeit können sie zunehmen und die Funktion und Lebensfähigkeit der Zellen der Pigmentschicht und in der Folge auch der Sehsinneszellen beeinträchtigen.

Grundsätzlich werden eine frühe Form, eine mittlere und eine späte Form der AMD unterschieden. Veränderungen der Sehkraft treten in der Regel erst bei der späten Form auf. Die späte AMD unterteilt man wiederum in die trockene AMD und in die feuchte AMD. Es können auch Mischformen auftreten.



Die trockene Form (auch geografische Atrophie genannt) ist mit ca. 90% die deutlich häufigere Form. Bei der trockenen AMD kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu einem flächigen Zelltod der Pigmentschicht im Bereich der Makula. Für diese Form der AMD gibt es derzeit keine speziellen Therapieverfahren.

Die feuchte Form (auch exsudative oder neovaskuläre AMD genannt) entsteht durch die Neubildung von Blutgefäßen oder eines Blutgefäßnetzes ausgehend von der Aderhaut, die unterhalb der Netzhaut liegt. Diese Blutgefäße entstehen, weil es durch die voranschreitende AMD zu einer Unterversorgung der Netzhaut mit Sauerstoff kam. In der Folge senden die Zellen im betroffenen Bereich Botenstoffe aus, die die Neubildung von Blutgefäßen fördern, um wieder ausreichend Sauerstoff zu bekommen. Allerdings sind die so gebildeten Blutgefäße unreif und porös und können leicht einreißen. Die Folge ist eine Schwellung der Netzhaut und/oder Blutungen. Die Therapie dieser Form der AMD besteht aus der Injektion von Medikamenten in das Auge, die die Botenstoffe neutralisieren, die zur Bildung der neuen Gefäße führen. Dadurch werden die neuen Gefäße stabiler bzw. sie bilden sich größtenteils sogar zurück. Durch die regelmäßige Behandlung mit diesen Medikamenten kann man die Erkrankung heutzutage über eine lange Zeit aufhalten und die Sehfähigkeit erhalten.

Wesentlich ist die Früherkennung einer Makuladegeneration. Hierzu kommt ein einfacher Selbsttest mit dem sogenannten Amsler-Gitter zum Einsatz. Für den Test halten Sie das Gitter bei heller Beleuchtung im Abstand von 30 cm vor sich und tragen Sie Ihre Lesebrille. Decken Sie abwechselnd je ein Auge ab und fixieren Sie mit dem nicht abgedeckten Auge den zentralen schwarzen Punkt. Achten Sie auf Unregelmäßigkeiten im Gittermuster, wie beispielsweise Wellenlinien, Verzerrungen, Größenunterschiede oder fehlende Quadrate. Stellen Sie Unregelmäßigkeiten fest, ist ein Besuch bei Ihrem Augenarzt ratsam.

Das Amsler-Gitter: