Privatärztliche Gemeinschaftspraxis Prof. Dr. Augustin & Dr. Scholl, Lichtentalerstr. 1, 76530 Baden-Baden

x

Netzhaut - Verschlussgeschehen

Bei einem Verschlussgeschehen der Netzhaut handelt es sich um Durchblutungsstörungen, die infolge des Verschlusses einer Arterie oder Vene auftreten. Man unterscheidet die arteriellen Verschlüsse von den venösen Verschlüssen. Beide Verschlusstypen können die Zentralarterie bzw. -vene oder nur Arterien- bzw. Venenäste betreffen. Arterielle Verschlüsse sind seltener als venöse Verschlüsse, haben aber eine schlechtere Prognose bezüglich der Besserung des Sehverlustes.

Patienten, die an Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Blutbildveränderungen und/oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, haben ein erhöhtes Risiko einen Gefäßverschluss in der Netzhaut zu erleiden.

Arterielle Verschlüsse

Verschlüsse von arteriellen Gefäßen der Netzhaut können thromboembolisch (durch Blutgerinnsel) bedingt sein oder infolge einer Entzündung der Schläfenarterie auftreten. Betroffen sind ältere Erwachsene (am häufigsten zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr), Männer häufiger als Frauen. Typisch ist eine plötzliche, schmerzlose, einseitige und meist ausgeprägte Sehverschlechterung mit Gesichtsfeldausfall.

Für arterielle Verschlüsse durch ein thromboembolisches Ereignis gibt es keine etablierte Therapie, denn schon wenige Stunden nach dem Verschluss, ist der Schaden der Netzhaut nicht mehr rückgängig zu machen. Es werden dennoch umgehend durchblutungsfördernde Medikamente angesetzt, ebenso wie augeninnendrucksenkende Maßnahmen ergriffen, meist ebenfalls medikamentös. Besonders wichtig ist die zeitnahe Ursachenabklärung durch einen Kardiologen oder Internisten, da ein arterieller Verschluss in der Netzhaut aufgrund einer Embolie ein Vorbote für z. B. einen Schlaganfall sein kann.

ZAV

Ist eine Entzündung der Schläfenarterie für den Verschluss verantwortlich, so wird diese mit hoch dosiertem Kortison behandelt, da die Gefahr besteht, dass das zweite Auge ebenfalls erblindet.

Venöse Verschlüsse

Von venösen Gefäßverschlüssen in der Netzhaut (auch Schlaganfall im Auge genannt) sind am häufigsten Erwachsene im Alter von 60-70 Jahren betroffen. Die Symptome für einen venösen Gefäßverschluss sind eine mäßige bis drastische Verschlechterung der Sehschärfe, ein dunkler Schleier vor dem Auge oder eine Verzerrung beim Sehen.

Durch den gehinderten Abfluss des Blutes durch die Vene, kommt es zu Blutungen in der Netzhaut, eine weitere mögliche Folge ist eine Schwellung der Netzhaut im Bereich der Makula (dem Ort des schärfsten Sehens).

ZVV

Ähnlich zu den arteriellen Verschlüssen werden durchblutungsfördernde Maßnahmen ergriffen, sowie eine weitere internistische Ursachenabklärung anberaumt. Die Schwellung der Netzhaut kann durch Medikamenteneingabe in das Auge behandelt werden.